Regenerative Energien: Windenergie
Windenergie bezeichnet die Umsetzung von bewegter Luft zu mechanischer Energie in Form von Windrädern und Ähnlichem. Windenergie ist eine indirekte Energie und abhängig von der Sonnenenergie, welche für die Luftströmungen auf der Erde verantwortlich ist. Windenergie zählt somit zu den regenerativen Energien.
Bereits im frühen Altertum wurde die Windenergie benutzt um Arbeiten für den Menschen zu erleichtern oder zu verrichten. Am verbreitetsten waren und sind dabei die Windräder, welche die Windenergie direkt über den Drehimpuls in mechanische Energie umwandeln. Diese wird entweder direkt genutzt, wie in den alten Windmühlen z.B. oder über das Dynamo-Prinzip in elektrische Energie umgewandelt. Die Windenergienutzung unserer Zeit beruht ausnahmslos auf der „Verstromung“ von Windenergie mittels großer und kleiner Windkraftwerke.
Die Energie des Windes ist am besten anhand eines Segels zu spüren. Wer einmal einen der gewaltigen Windjammer gesehen hat und wie leicht und majestätisch diese bei schon leichten Winden über das Wasser gleiten, bekommt eine Ahnung davon, welche Kraft in der Windenergie liegt. Spätestens wenn wir Bilder von den Verwüstungen eines Hurrikans sehen, können wir uns ein Bild machen, welch titanischen Kräfte hier am Werk sind. Kräfte, die sich der Mensch schon seit Urzeiten zu Nutzen macht.
Wind gibt es überall auf der Welt. Daher kann man sie auch global nutzen. Deutschland ist dabei weltweit führend in der Nutzung der Windenergie mit 18.428 Megawatt Leistung (2006). Dahinter kommen Spanien und die USA mit etwa der Hälfte der Leistung. Im Vergleich zur Landfläche der USA ist der fast doppelte Output an Windenergie schon sehr beachtlich und durch die mehr und mehr genehmigten, aber sehr umstrittenen Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee wird dieser Output noch sehr stark ansteigen. Deutschland ist Windland, das merkt jeder, der in Deutschland Urlaub macht. Und diese Kraft zu nutzen ist derzeit einer der Motoren der Wirtschaft, aber natürlich auch des Umweltschutzes.
Jedoch sind die Windkraftanlagen nicht ganz unumstritten. Sie sind riesig, sie sind laut und die beeinträchtigen die Umwelt in gewissem Maße. Vor allem jedoch verschandeln sie die Umgebung durch ihre doch recht monströs anmutende Erscheinung.Jedoch sollte sich jeder Windkraftgegner darüber im Klaren sein, dass das Durchbrechen der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ein gewisses Maß an Einbußen bedeutet, die jeder akzeptieren muss, wenn er sich von diesen alten Energieträgern wie Öl und Kohle lossagen möchte.
Gegenstand heftiger Proteste sind derzeit die geplanten und teilweise genehmigten Offshore-Windkraftanlagen in Nordsee und Ostsee. Vor allem in der Nordsee werden gigantische Anlagen entstehen mit hunderten von Windkraftanlagen, welche zusammengeschaltet ungeheure Mengen an Strom liefern werden, da der Wind auf der Nordsee beständig weht. Bis 2010 sollen die Anlagen bis zu 1500 Megawatt liefern und im Endausbau laut RWE bis zu 20.000 Megawatt, mehr als die Gesamtleistung der fast 18.000 derzeitigen Windkraftanlagen Deutschlands zusammen. Damit wird Deutschland 2010 wahrscheinlich insgesamt so viel Windstrom erzeugen, wie der gesamte Rest der Welt zusammengenommen.
Dass Windkraft jedoch, entgegen aller Unbillen auch ein Segen für die Natur und die Wirtschaft sein kann, belegen folgende Zahlen:
Die knapp 18.000 Windkraftanlagen in Deutschland liefern derzeit 26,5 Milliarden kWh Strom, was etwa 4,3% des Nettostromverbrauchs Deutschlands beträgt. Dabei wurden 25 Millionen Tonnen CO2 eingespart und 64.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Diese Zahlen bilden ein nicht zu verachtendes Gegengewicht zu den Nachteilen der Windkraftanlagen. Man sollte sich daher stets im Klaren sein, dass Vorteile stets auch Nachteile nach sich ziehen und man diese einfach gegeneinander abwägen muss. Wollen wir den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, müssen wir geringe Einbußen in Kauf nehmen. Solange diese den Nutzen nicht übersteigen, kann man versuchen sie nach und nach zu reduzieren, zugunsten der Natur und der Lebewesen darin!
Weiterführende Informationen zum Thema Windenergie
» Bundesverband Windenergie e.V
